April 2019

Autorenlesung mit Tilman Thiemig in der VITA-VILLA 04.05.19

Autorenlesung mit Tilman Thiemig in der VITA-VILLA
Musikalische Akzente von Marcel Reginatto und Heinrich Römisch
Samstag 04.05.19  –  20.00 Uhr

Vita-Villa
Kleiner Zimmerhof 9
38300 Wolfenbüttel

Begleitet von seinen langjährigen Weggefährten Heinrich Römisch und Marcel Reginatto
präsentiert Tilman Thiemig seinen im März erschienenen Künstlerkrimi, den der Hinstorff Verlag wie folgt ankündigt:

Maler und Mörder zwischen Wustrow und Zingst

Als Robert Aaron Zimmermann, hochbetagter Kanadier mit deutsch-jüdischen Wurzeln, nach 80 Jahren an den Ort seiner Kindheit auf den Darß zurückkehrt,
begegnen ihm gar eigentümliche Einwohner, kuriose Künstler und auch recht unheimliche Feriengäste.
Sein Auftrag: Er muss die Todesumstände des Landschaftsmalers und Kunstprofessors Alfred Partikel aufklären, der im Herbst 1945 beim Pilzesammeln im Ahrenshooper Holz spurlos verschwand.
Ein reicher Kunstmäzen will dem Künstlerort ein großes neues Museum finanzieren. Und so motiviert Zimmermann gleich eine ganze Reihe von Einheimischen,
denn es winken Millionen. Allmählich dämmert ihm, dass hier mehr dahintersteckt. Mit seiner Ankunft in Ahrenshoop beginnt eine Mordserie an den Beteiligten der Untersuchung.
Der Serienkiller injiziert seinen Opfern Gift der Stechpalme. Alle Verbrechen haben offenbar miteinander zu tun …

Kartenvorverkauf – info@vitamine-verlag.de – VVK 12,00 €

 

Regine Nahrwold über die Ausstellung „Weitermachen!“ von Melanie Tilkov

„Irgendwann entdeckte ich Melanie Tilkov auf Facebook und dachte: Wow, was für eine tolle Malerin, die möchte ich mal bei mir zeigen!“ Thorsten Stelzner rief die in Monheim bei Köln lebende Künstlerin an und – bekam nicht nur eine Zusage, sondern auch noch eine Ausstellung just zum vierjährigen Jubiläum seiner Galerie „Vita-Mine“. Und das Allerbeste: Tilkov reiste nicht nur mit einem Sprinter voller Bilder an, sondern hatte für ihre Ausstellung auch noch den Titel „Weitermachen!“ im Gepäck. Diese Ermutigung passt sowohl für sie selbst und ihre Retrospektive 2009-2019 als auch für Stelzner, der mit dieser Schau in die nächste „Legislaturperiode“ seiner Kunst-, Musik-, und Lesebühne startet.

Mädchen und Frauen sind Tilkovs Thema, angefangen bei einer Vierjährigen im roten Röckchen an der Hand der Mutter über Teenager bis zu einem Selbstportrait: ihr Spiegelbild abends nach dem Duschen, müde und abgespannt, mit Gesichtsmaske und einem Handtuch um das nasse Haar. Dieses Spiegelbild erschien ihr plötzlich seltsam und fremd und wurde so zum Einstieg in eine sehr persönlich malerische Reflexion über das Thema des Alterns, der Vergänglichkeit, der Desillusionierung, ganz im Sinne des Spruchs „Das kannst Du Dir abschminken“. Oft sind es Situationen des Müdeseins, des Entspannens, des Ausruhens, in denen die Malerin ihre Modelle erfasst: im Bademantel mit einem Handtuch-Turban auf dem Kopf, auf oder im Bett liegend. Dabei werden ein weißer Frottéestoff, ein weißes Bettzeug, eine gestreifte Decke in vielfältigen Nuancen zwischen Grau, Grün und Weiß zur farbigen Sensation. Eine Aura von Verträumtheit umgibt diese ganz für sich seienden jungen Frauen, darunter auch zwei Rückenfiguren vor malerisch inszeniertem Hintergrund, von denen die eine entfernt an Gerhard Richters „Betty“ erinnert. Toll, wie da mit souveränen, lockeren Pinselstrichen eine blaue Wand, ein weißes Hemd oder geflochtenes Haar in Farbe verwandelt sind!

Und der Turban hat es Melanie Tilkov angetan. Sie ist fasziniert von dieser kunstvollen Kopfbedeckung, die die Trägerin majestätisch überhöht. Ein Mädchen mit weißem Turban, Schulter und Arme mit einem weißem Tuch verhüllt, thront im Sessel wie eine Königin. Über dem zarten Profil einer andere Kindfrau türmt sich ein gewaltiger Turban in Rot. Dieses Bild überzieht ein feiner Schleier weißer Ornamente wie Schneekristalle und verleiht ihm etwas Irreales, Poetisches. Wie ein Gedicht verharrt die Malerei hier in der Schwebe, in dem, was zwischen den Zeilen webt…

Weitermachen, Melanie Tilkov! Weitermachen, Thorsten Stelzner!

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